Zum zweiten Mal fand am vergangenen Samstag der Landesübungstag für den Brand- und Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz statt. Dabei wurde eine fiktive Kaltfront simuliert, die das gesamte Bundesland mit hoher Geschwindigkeit erfasste. Das angenommene Szenario umfasste massiven Starkregen, heftige Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h in exponierten Lagen sowie schwere Gewitter mit erhöhtem Blitzaufkommen.

Im Westerwaldkreis wurden rund 150 Übungseinsätze durch die Feuerwehreinsatzzentralen (FEZ) und Führungsstaffeln der zehn Verbandsgemeinden bearbeitet. Die angenommenen Einsatzlagen reichten von abgedeckten Dächern und umgestürzten Bäumen bis hin zu Wasserschäden infolge des Starkregens.

Dabei rückten die Feuerwehreinheiten nicht tatsächlich zu den Übungseinsatzstellen aus. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen und Führungsebenen. Unter anderem wurden die Kommunikations- und Meldewege von den örtlichen Einsatzstellen über den Landkreis und die Integrierten Leitstellen bis zum Lagezentrum Bevölkerungsschutz des LfBK getestet.

Ziel der dezentral durchgeführten Übungen war es, aus den einzelnen Meldungen ein gemeinsames landesweites Lagebild zu erstellen und damit die Bewältigung großflächiger Schadenslagen zu trainieren.

Landrat erinnert an Tornado-Einsatz im Westerwaldkreis

„Wie wichtig das Üben solcher Szenarien auch für uns im Westerwaldkreis ist, hat sich erst vor wenigen Wochen gezeigt, als Teile unseres Landkreises von einem Tornado getroffen wurden und die heute eingespielten Szenarien leider real waren“, erklärte Landrat Klaus Lütkefedder bei einem Besuch der Technischen Einsatzleitung in Selters.

Auch Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Tobias Haubrich zeigte sich mit dem Verlauf der Übung zufrieden: „Die Kommunikationswege und Lagedarstellungen in den einzelnen Verbandsgemeinden haben gut funktioniert. An einzelnen Stellschrauben müssen wir im Nachgang noch ein bisschen drehen, aber genau dafür sind solche Übungen da. Nicht, um mit dem Finger auf Fehler zu zeigen, sondern um sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern.“

16 Übungseinsätze in der Verbandsgemeinde Rennerod

Auch die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Rennerod beteiligte sich erfolgreich am Landesübungstag. Insgesamt mussten dort 16 Übungseinsätze koordiniert und nach ihrer Priorität abgearbeitet werden.

Neben den Abläufen bei der Einsatzsteuerung zwischen der FEZ, der Führungsstaffel und dem jeweiligen Einsatzleiter wurden auch verschiedene Rückfallebenen erprobt. Damit konnten unterschiedliche Szenarien und mögliche Ausfälle innerhalb der Führungs- und Kommunikationsstrukturen durchgespielt werden.

Die Übung zeigte der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Rennerod, dass sie auch unter den angenommenen Bedingungen resilient agieren kann. Gleichzeitig wurden Erkenntnisse gewonnen, die künftig als Ansatzpunkte für weitere Optimierungen genutzt werden sollen.

(PM FW VG Rennerod, red [LW])