Sommerferien bedeuten für viele Menschen Freibad, Eis und Erholung. Für die Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz waren die vergangenen Wochen dagegen vielerorts von langanhaltender Hitze, Trockenheit, Wald- und Vegetationsbränden, Wasserrettungseinsätzen und vereinzelt auch lokalen Unwettern geprägt.

„Die Sommerferien haben gezeigt, wie vielfältig und herausfordernd die Aufgaben unserer Einsatzkräfte geworden sind“, erklärt René Schubert, Präsident des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz. Das Lagezentrum des Landesamtes beobachtet die Situation im Land rund um die Uhr und unterstützt bei Bedarf die Einsatzleitungen vor Ort.

Neben der Vielzahl an Einsätzen stellten insbesondere mehrere größere Schadenslagen die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. In den vergangenen zwei Wochen wurden mehrfach Verbindungspersonen des Landesamtes zur Unterstützung kommunaler Einsatzleitungen angefordert.

Hohe Brandgefahr durch Hitze und Trockenheit

Die hohen Temperaturen und die zeitweise ausgeprägte Trockenheit sorgten in zahlreichen Regionen für eine erhöhte Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden. Bereits kleine Unachtsamkeiten können unter diesen Bedingungen einen Brand auslösen.

Weggeworfene Zigarettenkippen, nicht erlaubtes oder unsachgemäß entzündetes offenes Feuer sowie heiße Fahrzeugteile auf trockenem Untergrund gehören zu vermeidbaren Brandursachen. Gleichzeitig können sich Feuer in ausgetrockneter Vegetation besonders schnell ausbreiten und große Flächen erfassen.

Die Bekämpfung solcher Brände ist für die Einsatzkräfte häufig mit einem hohen Personal- und Materialaufwand verbunden. Feuerwehr, Hilfsorganisationen und weitere Einsatzkräfte müssen dabei eng zusammenarbeiten. Bei Wald- und Vegetationsbränden wird über das Lagezentrum des Landesamtes auch der Einsatz eines Polizeihubschraubers mit Löschwasserbehälter zentral koordiniert.

Mehr Wasserrettungen in den Sommermonaten

Mit den steigenden Temperaturen suchen viele Menschen Abkühlung an Seen und Flüssen. Gleichzeitig nimmt in den Sommermonaten regelmäßig die Zahl der Wasserrettungseinsätze zu.

Strömungen, unerwartete Temperaturunterschiede oder eine Überschätzung der eigenen Schwimmfähigkeiten können schnell zu gefährlichen Situationen führen. Für die Einsatzkräfte sind Wasserrettungen häufig besonders zeitkritisch und körperlich anspruchsvoll. Die derzeit niedrigen Wasserstände können die Gefahren zusätzlich verstärken.

Auch Unwetter fordern die Einsatzkräfte

Neben Hitze und Trockenheit kam es regional auch zu lokal begrenzten, teilweise heftigen Unwettern. Starkregen, Sturmböen und umgestürzte Bäume führten dabei zu zusätzlichen Einsätzen für die Feuerwehren und Hilfsorganisationen.

Große Belastung für Einsatzkräfte

Die Einsatzkräfte waren in diesem Sommer teilweise über viele Stunden hinweg unter körperlich besonders belastenden Bedingungen im Einsatz. Das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz bedankt sich ausdrücklich bei allen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihr Engagement während der Ferienzeit.

Gleichzeitig appelliert das Landesamt an die Bevölkerung, aktuelle Warnungen ernst zu nehmen und durch umsichtiges Verhalten dazu beizutragen, Einsätze möglichst zu verhindern und die Arbeit der Einsatzkräfte nicht zusätzlich zu erschweren.

So lässt sich das Risiko reduzieren

Wald- und Vegetationsbrände vermeiden:

  • Kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe entzünden.
  • Zigarettenkippen niemals in die Natur werfen.
  • Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras oder Stoppelfeldern abstellen.
  • Rauchentwicklungen oder Brände sofort über 112 melden.

Bei großer Hitze:

  • Ausreichend trinken und körperliche Belastungen möglichst in kühlere Tageszeiten verlegen.
  • Besonders auf Kinder, ältere Menschen und gesundheitlich eingeschränkte Personen achten.
  • Kinder und Tiere niemals in geparkten Fahrzeugen zurücklassen.
  • Kühle Räume und schattige Plätze aufsuchen.

Sicher an Seen und Flüssen:

  • Möglichst nur an geeigneten und überwachten Badestellen schwimmen.
  • Die eigenen Schwimmfähigkeiten realistisch einschätzen.
  • Nicht alkoholisiert schwimmen oder Wassersport betreiben.
  • Kinder am Wasser niemals unbeaufsichtigt lassen.

Bei Unwettern:

  • Wetterwarnungen aufmerksam verfolgen.
  • Lose Gegenstände im Außenbereich sichern.
  • Bei Sturm Bäume und Waldgebiete meiden.
  • Überflutete Straßen, Unterführungen und Gewässerbereiche weder betreten noch befahren.

(PM LfBK RLP, red [LW])