Mit einem umfangreichen Kräfteansatz hat im Haus Roßberg eine groß angelegte Brandschutzübung der Feuerwehr stattgefunden. Das Gebäude wird aktuell als Unterkunft für 41 Bewohner mit Fluchthintergrund genutzt und stellte die Einsatzkräfte damit vor besondere Rahmenbedingungen. Insgesamt waren rund 80 Feuerwehrangehörige an der Übung beteiligt. Neben der Feuerwehr Montabaur wurden im weiteren Verlauf der etwa eineinhalbstündigen Übung auch die Wehren aus Niederelbert und Dernbach zur Unterstützung nachalarmiert.
Das Übungsszenario ging von einer starken Rauchentwicklung innerhalb des Gebäudes aus, bei der mehrere Personen als eingeschlossen galten. Insgesamt mussten sieben Statisten aus unterschiedlichen Bereichen gerettet werden – darunter drei Personen von Balkonen, zwei aus Küchenbereichen im Inneren sowie zwei weitere vom Dach des Gebäudes. Ziel war es, die Einsatzabläufe möglichst realitätsnah zu trainieren und die Zusammenarbeit unter erschwerten Bedingungen zu erproben.
Die Übung war dabei nicht nur aufgrund des Szenarios besonders, sondern auch wegen der Situation der Bewohnerinnen und Bewohner. Viele der im Haus Roßberg untergebrachten Menschen stammen aus Krisen- und Kriegsregionen. Alarmsignale, Rauchentwicklung oder ein größerer Einsatz können bei einzelnen Betroffenen Erinnerungen an belastende Erlebnisse auslösen. Zudem sind Brandschutzübungen und Verhaltensweisen im Notfall in vielen Herkunftsländern weniger verbreitet oder anders organisiert als in Deutschland.




„Uns war wichtig, die Bewohnerinnen und Bewohner frühzeitig einzubinden und die Übung sensibel zu begleiten“, erklärt Johanna Schubert-Ergün, Leiterin des Hauses Roßberg. „Gerade wegen der noch relativ neuen Nutzart von Haus Roßberg, hat es mich besonders gefreut, dass man sich mit der Übung bestmöglich auf einen Ernstfall vorbereiten konnten – das gilt sowohl für die Feuerwehren als auch die Bewohnerschaft und Mitarbeitenden im Hause.“
Auch aus Sicht der Feuerwehr brachte die Übung wichtige Erkenntnisse. „Die Übung wurde über einen längeren Zeitraum intensiv vorbereitet. Dabei war die enge und vertrauensvolle Abstimmung mit der Einrichtungsleitung ein wichtiger Faktor, der hervorragend funktioniert hat“, so Florian Bach, Zugführer der Feuerwehr Montabaur und Übungsleiter. „Trotz sprachlicher Barrieren hat die Zusammenarbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gut funktioniert. Gerade solche Übungen zeigen, wie wichtig realitätsnahe Szenarien sind, um im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.“ Das Übungsziel sei vollständig erreicht worden.
Vor Ort verschafften sich auch Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher sowie der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Tobias Panne, einen Eindruck von der Lage. Tobias Panne beteiligte sich zudem selbst als Statist. Ebenso anwesend waren Helene Rörig, Fachbereichsleiterin der Verbandsgemeindeverwaltung, die ebenfalls als Statistin eingesetzt war, sowie Manuela Perez in ihrer Funktion als zuständige Sachgebietsleitung.
Die Übung verlief insgesamt erfolgreich und hinterließ bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck. Einigkeit bestand darin, dass eine gute Vorbereitung entscheidend ist – auch wenn alle Beteiligten hoffen, dass ein realer Einsatz dieser Art nicht eintreten wird.
(PM FW VG Montabaur, red [LW])