Am 1. Januar 2025 wurde das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz (LfBK) gegründet. Die Gründung des LfBK markiert einen tiefgreifenden strukturellen Wandel im rheinland-pfälzischen Brand- und Katastrophenschutz und stärkt nachhaltig die Handlungsfähigkeit aller beteiligten Akteure. Das Landesamt fungiert seit Gründung als Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für die nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr. Zentrales Element ist das 24/7 besetzte Lagezentrum Bevölkerungsschutz, das eine schnelle Handlungs- und Entscheidungsgrundlage im Ereignisfall bietet. Das Lagezentrum beobachtet als erstes seiner Art für ein Flächenland die Lage im Bevölkerungsschutz aktiv, ist im Ereignisfall eine zentrale Anlaufstelle für nicht-polizeiliche Gefahrenabwehranliegen und stellt eine direkte Kommunikation mit den Integrierten Leitstellen des Landes sicher.

„Das LfBK hat sich in kurzer Zeit zu einem zentralen leistungsfähigen Akteur der Gefahrenabwehr entwickelt, der Prävention, Lagekompetenz, Ausbildung und operative Unterstützung unter einem Dach vereint“, betonte Innenminister Michael Ebling zum einjährigen Jubiläum des Landesamtes. „Rheinland-Pfalz ist das erste Flächenland, das eine so umfassende Fachbehörde mit Lagezentrum im 24/7-Betrieb aufgebaut hat. Unsere Struktur findet inzwischen bundesweit große Beachtung, andere Länder bauen ähnliche Landesämter auf – ein großer gemeinsamer Fortschritt für den Bevölkerungsschutz.“

Ausgangspunkt für die Neuausrichtung war insbesondere die Naturkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021, der größte Katastrophenschutzeinsatz in der Geschichte des Landes. Die außergewöhnlichen Schadensdimensionen machten deutlich, dass bestehende Abläufe, Koordinierungsstrukturen und die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Ländern und Bund weiterentwickelt werden mussten. Ziel der Landesregierung ist es, leistungsfähige Strukturen auf allen Ebenen zu schaffen und die Kommunen als zentrale Aufgabenträger im Katastrophenschutz gezielt zu unterstützen.

Die Bilanz des ersten Jahres zeigt, dass die Gründung des Landesamtes richtig und wichtig war. Innenminister Ebling ergänzt: „Das LfBK ist ein Quantensprung für den Bevölkerungsschutz unseres Landes. Seit dem 1. Juni 2025 bewertet das Lagezentrum kontinuierlich Risiken, beobachtet Einsatzlagen und unterstützt die Kommunen bei Schadensereignissen von Starkregen über Großbrände bis zu komplexen Lagen. Rheinland-Pfalz ist damit weiterhin das einzige Flächenland mit einer dauerhaft besetzten fachlichen Lagebeobachtung im nicht-polizeilichen Bereich.“

„Wir sind ein Team aus Expertise, Praxisnähe und Pioniergeist. Ein Jahr LfBK zeigt: Wenn man Kompetenzen bündelt, Strukturen modern denkt und partnerschaftlich mit Kommunen arbeitet, entsteht enorme Wirkung. Unser Ziel bleibt ein moderner, zuverlässiger und jederzeit einsatzbereiter Bevölkerungsschutz“, so der Präsident des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz René Schubert.

Bereits im ersten Jahr hat das LfBK spürbare Wirkung entfaltet. So koordinierte das Landesamt unter anderem den landesweiten Übungstag im September, an dem über 5.000 Einsatzkräfte in rund 100 Übungsszenarien beteiligt waren. Durch die parallele Durchführung konnte erstmals ein landesweites Lagebild erzeugt und ausgewertet werden.

Auch im Bereich der Ausbildung wurden neue Maßstäbe gesetzt: An der Akademie des LfBK wurde im Jahr 2025 mit rund 37.000 Lehrgangsteilnehmendentagen ein Allzeithoch erreicht. Das Ziel für 2026 sieht eine Erhöhung der Kapazitäten der Lehrgangsteilnehmendentage auf über 40.000 vor. Ergänzend sorgt eine neue Ausführungsvorschrift des LfBK für einen einheitlichen Rahmen im Brand- und Katastrophenschutz und schafft Planungssicherheit für Landkreise, kreisfreie Städte und Hilfsorganisationen. Eine erstmals landesweit einheitliche Handreichung zur Bedarfs- und Entwicklungsplanung unterstützt Kommunen dabei, Risiken systematisch zu analysieren und zukünftige Strukturen nachhaltig auszurichten.

Die Bilanz nach einem Jahr fällt daher eindeutig aus: Die Gründung des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz war richtig und notwendig. Die Bündelung von Fachkompetenz an zentraler Stelle hat die Leistungsfähigkeit des Bevölkerungsschutzes deutlich gesteigert. Der weitere Ausbau des LfBK ist bereits geplant: Bis 2030 soll das Landesamt mit rund 300 Vollzeitäquivalenten und drei Regionalstandorten vollständig aufgebaut sein.

Zur Stärkung des Katastrophenschutzes in Rheinland-Pfalz sind für 2026 zentrale Investitionen für die Beschaffung von Netzersatzanlagen, Trinkwassertransportmöglichkeiten und mobilen Tankstellen geplant und im Haushalt verankert.

Weitere Informationen zu den Meilensteinen des LfBK unter: https://s.rlp.de/EinJahrLfBK

(PM MdI)