Mit einer feierlichen Veranstaltung in der Heidehalle Maxsain hat die Freiwillige Feuerwehr Maxsain am Samstag, den 25. Januar 2026, gleich zwei neue Einsatzfahrzeuge offiziell in Dienst gestellt. Zahlreiche Gäste aus Politik, Feuerwehr, Kirche und Vereinsleben folgten der Einladung und unterstrichen die Bedeutung dieses Tages für die Ortsgemeinde Maxsain sowie für den Brand- und Katastrophenschutz in der Verbandsgemeinde Selters.

Wehrführer Andre Philippi eröffnete die Veranstaltung und begrüßte Vertreter der Verbandsgemeinde Selters, des Gemeinderates, der Wehrleitung, der Kirchen, der Feuerwehrverbände sowie der örtlichen Ortsvereine. In seiner Ansprache machte Philippi deutlich, dass die Indienststellung neuer Feuerwehrfahrzeuge keine Selbstverständlichkeit sei.
„Ein neues Feuerwehrfahrzeug – oder sogar zwei – zu erhalten, ist kein alltägliches Ereignis. Für viele Feuerwehrangehörige passiert das nur einmal in 25 Jahren oder sogar seltener“, erklärte Philippi. Dies sei ein Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt, zugleich aber auch Ausdruck des Vertrauens in die Leistungsfähigkeit der Kameradinnen und Kameraden.

Mit dem neuen Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) verfügt die Feuerwehr Maxsain erstmals über ein wasserführendes Einsatzfahrzeug. Es ersetzt nach 26 Jahren ein altes Tragkraftspritzenfahrzeug.
„Mit 750 Litern Wasser, einer leistungsstarken Tragkraftspritze und einer umfangreichen Beladung stellt dieses Fahrzeug einen erheblichen Fortschritt für unsere Einsatzfähigkeit dar“, so Philippi. Erste Einsätze hätten bereits gezeigt, welchen taktischen Mehrwert das neue Fahrzeug bietet.

Als zweites Fahrzeug wurde ein Mehrzweckfahrzeug (MZF 2) vorgestellt, das ein 43 Jahre altes Mannschaftstransportfahrzeug mit Ladefläche ersetzt. Der Beschaffungsweg dieses Fahrzeugs sei bewusst anders gestaltet worden, erläuterte der Wehrführer.
„Die ursprüngliche Kostenschätzung lag bei rund 158.000 Euro. Durch einen alternativen Beschaffungsweg, viel Eigenleistung und Unterstützung konnten wir deutlich unter dieser Summe bleiben“, erklärte Philippi. Besonderer Dank galt dabei Klaus Strüder, der den Kontakt zu einer Aufbaufirma herstellte und den Aufbauprozess maßgeblich unterstützte, sowie dem Förderverein der Feuerwehr Maxsain.

Das MZF 2 ist vor allem für logistische Aufgaben ausgelegt und ermöglicht ein flexibles und unabhängiges Arbeiten an der Einsatzstelle. Rollwagen für Wasserentnahme und Wasserförderung wurden in Eigenleistung gebaut. Zudem wurde die Ausrüstung aus älteren Fahrzeugen übernommen, aufgearbeitet und neu integriert.
„Unser Ziel war es, ein Fahrzeug zu schaffen, das einsatztaktisch sinnvoll eingesetzt werden kann, ohne zusätzliche Fahrzeuge oder Personal binden zu müssen“, betonte Philippi.

Das gesamte Investitionsvolumen für beide Fahrzeuge beläuft sich auf rund 319.000 Euro. Die Finanzierung erfolgte durch die Ortsgemeinde Maxsain, die Verbandsgemeinde Selters, Landeszuwendungen sowie den Förderverein der Feuerwehr. Philippi stellte klar, dass es sich um eine Investition in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger handele:
„Die Feuerwehr ist kein Verein wie jeder andere. Sie ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und leistet ihren Dienst ehrenamtlich für die Allgemeinheit.“

Verbandsgemeindebürgermeister Oliver Götsch ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung moderner Technik und des Ehrenamtes ein.
„Zwei neue Feuerwehrfahrzeuge für Maxsain sind ein starkes Signal für den Brand- und Katastrophenschutz. Die Freiwillige Feuerwehr steht für Schutz, Sicherheit und Hilfeleistung – aber auch für Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement“, erklärte Götsch. Er wies darauf hin, dass Feuerwehrfahrzeuge heute nahezu doppelt so teuer seien wie noch vor zehn Jahren und die Finanzierung eine große Herausforderung darstelle.

Zum neuen Tragkraftspritzenfahrzeug führte Götsch aus, dass es auf einem Iveco-Fahrgestell mit 163 PS und einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,2 Tonnen aufgebaut sei. Zur Ausstattung zählen moderne Funktechnik, ein 750-Liter-Wassertank, eine Tragkraftspritze, Atemschutzgeräte, ein Lichtmast, eine Tauchpumpe sowie umfangreiche Beladung für verschiedene Einsatzlagen, darunter auch Hochwasserschäden. Die Gesamtkosten für das TSF-W belaufen sich auf rund 163.000 Euro, wovon das Land Rheinland-Pfalz 41.000 Euro übernommen hat.
„Neue Fahrzeuge bedeuten auch neue Verantwortung. Technik muss verstanden, beherrscht und regelmäßig geprüft werden“, betonte Götsch und übergab die Fahrzeuge offiziell an die Einheit Maxsain.

Auch Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes Westerwald richteten Grußworte an die Feuerwehr. Alexandra Zeyda, 1. stellv. Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Westerwald, überreichte im Namen des Verbandes einen Glashammer mit Gurtschneider. „Ich hoffe, dass dieses Geschenk nie zum Einsatz kommen muss. Noch mehr hoffe ich, dass ihr von allen Einsätzen gesund zurückkehrt“, sagte Zeiler.

Die kirchliche Einsegnung der Fahrzeuge erfolgte durch Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Maxsainer Blaskapelle sowie dem Gemischten Chor Chorage. Ortsvereine wie die Fastnachtsfreunde, der TuS und weitere Gruppierungen beteiligten sich am Rahmenprogramm und unterstrichen die enge Verbundenheit der Feuerwehr mit dem gesellschaftlichen Leben in Maxsain.

Zum Abschluss richtete Andre Philippi einen besonderen Dank an alle Unterstützer und Helfer, die an Planung, Beschaffung und Umsetzung beteiligt waren. Stellvertretend nannte er Jens Griebling, Moritz Aller und Dominik Herold. Ein besonderer Dank galt auch den Familien der Einsatzkräfte:
„Das Ehrenamt funktioniert nur, weil unsere Partnerinnen und Partner im Hintergrund mitziehen. Die dritte Halbzeit dauert manchmal länger – aber sie stehen immer hinter uns“, sagte Philippi abschließend.

Fotos und Text: LuWei-Media