Hitze, dichter Rauch und ein Brandgeschehen, das sich innerhalb kürzester Zeit verändern kann: Einsätze unter Atemschutz gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Feuerwehrdienst. Um die Einsatzkräfte möglichst realitätsnah auf solche Situationen vorzubereiten, setzen die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Montabaur auf ein neues Konzept in der Atemschutzweiterbildung.

Am 25. August 2026 fand im Technischen Kompetenzzentrum (TKZ) in Miehlen das erste von insgesamt vier für dieses Jahr geplanten Seminaren in einer feststoffbefeuerten Anlage statt. Dort konnten die Atemschutzgeräteträger unter kontrollierten Bedingungen mit realen Brandverläufen trainieren.

Taktik statt nur einzelner Handgriffe

Wer unter Atemschutz in ein brennendes Gebäude vorgeht, muss auch bei hoher körperlicher Belastung Gefahren erkennen, die Lage richtig einschätzen und gemeinsam mit dem Atemschutztrupp schnell und sicher handeln. Genau darauf ist die Weiterbildung ausgerichtet.

Neben einzelnen Techniken stehen vor allem taktische Abläufe und das Zusammenspiel innerhalb des Trupps im Mittelpunkt. Das Ausbildungsprogramm umfasst verschiedene Bereiche der Brandbekämpfung.

Dazu gehören unter anderem:

  • Basistraining Brandbekämpfung
  • taktisches Vorgehen bei der Brandbekämpfung
  • Strahlrohr- und Ventilationstechniken
  • Training in einem offenen Brandraum-System
  • Zugänge zu Brandräumen mit und ohne Tür
  • Vorgehen in Brandräumen unter Einsatzbedingungen
  • Nutzung von Atemschutzgeräten während der Ausbildung

Training mit echtem Feuer

Eine besondere Rolle spielt die feststoffbefeuerte Anlage des Technischen Kompetenzzentrums. Im Gegensatz zu gasbefeuerten Trainingsanlagen wird der Brandraum mit festen Brennstoffen, beispielsweise Holz, befeuert. Dadurch entstehen reale Brandverläufe mit Hitze, Rauch und thermischen Belastungen.

Die Feuerwehrangehörigen können unmittelbar beobachten, wie sich ein Feuer entwickelt und wie sich Rauch und Hitze innerhalb eines Raumes verteilen. Gleichzeitig wird deutlich, welchen Einfluss das eigene taktische Vorgehen auf die Situation haben kann.

Bereits das Öffnen einer Tür oder eine Veränderung der Strahlrohrtechnik kann das Brandgeschehen deutlich beeinflussen. Genau solche Zusammenhänge sollen im Training erfahrbar gemacht werden.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, möglichst große Hitze auszuhalten. Das Training findet unter kontrollierten und überwachten Bedingungen statt. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Fähigkeit, ein Brandgeschehen richtig einzuschätzen, Gefahren frühzeitig zu erkennen und die eigenen Maßnahmen taktisch sinnvoll einzusetzen.

Als Trupp gemeinsam Entscheidungen treffen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit innerhalb des Atemschutztrupps. Die Teilnehmer trainieren nicht lediglich einzelne Handgriffe, sondern bearbeiten gemeinsam komplexe Einsatzsituationen.

Im Anschluss werden die Erfahrungen ausgewertet. Dabei geht es darum, Vorgehensweisen und Abläufe zu überprüfen, weiter zu festigen und gegebenenfalls zu optimieren.

Auf diese Weise wird theoretisches Wissen unter möglichst realitätsnahen Bedingungen praktisch angewendet. Die Einsatzkräfte sammeln Erfahrungen mit Situationen, die sich im normalen Ausbildungsdienst nur schwer in vergleichbarer Form darstellen lassen.

Die vier für das Jahr 2026 geplanten Seminare sind damit ein wichtiger Bestandteil der kontinuierlichen Aus- und Fortbildung der Atemschutzgeräteträger in der Verbandsgemeinde Montabaur. Mit der neuen Ausbildungsmaßnahme soll das fachliche Niveau der Einsatzkräfte gesichert und die Einsatzbereitschaft nachhaltig gestärkt werden.

Gerade bei Einsätzen unter Atemschutz können sich die Bedingungen innerhalb kürzester Zeit verändern. Dann müssen sich die Feuerwehrangehörigen auf ihr Wissen, ihre Erfahrung und vor allem aufeinander verlassen können. Realitätsnahes Training schafft dafür eine wichtige Grundlage und trägt unmittelbar zur Sicherheit der Einsatzkräfte im Einsatz bei.

(PM VG Montabaur, red [LW])