Am Mittwochabend, 19.08.2026, zog ab etwa 19:15 Uhr ein schweres Unwetter über das Dienstgebiet des Polizeipräsidiums Koblenz. In zahlreichen Bereichen kam es zu umgestürzten Bäumen, beschädigten Gebäuden und erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Besonders stark betroffen war der Westerwaldkreis. Dort verursachte das Unwetter in weiten Teilen erhebliche Schäden. Zahlreiche Feuerwehren und weitere Hilfsorganisationen waren mit mehreren hundert Einsatzkräften im Einsatz, um die Vielzahl an Schadensstellen abzuarbeiten.

Zahlreiche Schäden und Stromausfälle im Westerwald

Im Westerwaldkreis wurden rund 160 Einsatzstellen gemeldet. Betroffen waren insbesondere die Verbandsgemeinden Höhr-Grenzhausen, Montabaur, Ransbach-Baumbach, Wallmerod und Wirges.

An zahlreichen Gebäuden entstanden Schäden an Dächern und Fassaden. Zudem stürzten zahlreiche Bäume um. Teilweise kam es zu Stromausfällen. Die Einsatzstellen wurden aufgrund der hohen Anzahl eingehender Meldungen nach Dringlichkeit priorisiert und anschließend sukzessive abgearbeitet.

Während des Einsatzes wurde ein Feuerwehrmann durch einen Stromschlag verletzt und zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Die Technische Einsatzleitung des Westerwaldkreises war unter der Leitung von Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Tobias Haubrich im Einsatz. Auch die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland machte sich vor Ort ein Bild der Lage. Kräfte des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz sowie die Landesfacheinheit Presse- und Medienarbeit unterstützten die Einsatzmaßnahmen.

Gefahren durch beschädigte Gebäude und Stromleitungen

Von beschädigten Dächern, Fassaden und Bäumen gingen auch nach dem Unwetter weiterhin Gefahren aus. Die Bevölkerung wurde deshalb dringend aufgefordert, sich nicht unnötig im Freien aufzuhalten und nach Möglichkeit in Gebäuden zu bleiben.

Von eigenständigen Aufräum-, Sicherungs- oder Reparaturarbeiten an beschädigten Gebäuden wurde ausdrücklich abgeraten. Dies galt insbesondere für Arbeiten auf Dächern sowie für Bereiche, in denen weiterhin Gegenstände herabfallen oder beschädigte Gebäudeteile ihre Stabilität verlieren könnten.

Auch beschädigte Stromleitungen und elektrische Anlagen stellten eine erhebliche Gefahr dar. Entsprechende Bereiche sollten keinesfalls betreten oder berührt werden.

Schwere Verkehrsbehinderungen auf A3 und A48

Auch auf den Bundesautobahnen 3 und 48 kam es ab etwa 19:30 Uhr zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Besonders schwer wurde das Autobahndreieck Dernbach getroffen. Dort lagen zahlreiche Bäume über die gesamte Fahrbahnbreite. Die BAB 3 in Fahrtrichtung Köln sowie die Überleitung auf die BAB 48 in Fahrtrichtung Trier mussten deshalb für etwa zwei Stunden vollständig gesperrt werden.

Auf der Bendorfer Brücke kippte infolge des Sturms ein Sattelzug um und blockierte mehrere Fahrstreifen. Auch dort war eine längere Sperrung erforderlich. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand.

Die Aufräum- und Reinigungsarbeiten dauerten auch nach dem Unwetter weiter an, weshalb es weiterhin zu Verkehrsbeeinträchtigungen kam.

Tragischer Unglücksfall im Bereich Remagen

Im Zusammenhang mit dem Unwetter kam es im Bereich der Polizeiinspektion Remagen zu einem tragischen Unglücksfall.

Zwei Spaziergängerinnen suchten während des Unwetters Schutz unter einer überdachten Sitzgruppe an einem Wirtschaftsweg. Ein hinter der Sitzgruppe stehender Baum wurde durch den Sturm entwurzelt und stürzte auf die Sitzgruppe.

Beide Frauen wurden von dem Baum getroffen. Eine 47-jährige Frau erlitt schwere Verletzungen. Eine 58-jährige Frau verstarb infolge ihrer Verletzungen.

Die Polizei bat darum, von weiteren Nachfragen zu diesem Unglücksfall abzusehen.

Rund 580 Einsatzkräfte im Einsatz

Im weiteren Verlauf waren rund 580 Einsatzkräfte mit der Abarbeitung der zahlreichen Einsatzstellen beschäftigt. Neben den Feuerwehren waren weitere Hilfsorganisationen und Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes beteiligt.

Auch die Netzbetreiber arbeiteten daran, die Stromversorgung in den noch betroffenen Bereichen wiederherzustellen. Die Stromversorgung des Krankenhauses Dernbach konnte zwischenzeitlich vollständig wiederhergestellt werden.

Viele Schulen im Westerwaldkreis kündigten für den darauffolgenden Donnerstag an, dass der reguläre Unterricht ausfallen und lediglich eine Notbetreuung angeboten werden könne. Zudem waren Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr, insbesondere bei der Schülerbeförderung, zu erwarten.

Aufräumarbeiten dauern an

Am Donnerstag, 20.08.2026, machten sich die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland und der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, vor Ort ein Bild von den Folgen des Unwetters.

In den Ortslagen der Verbandsgemeinden Höhr-Grenzhausen, Ransbach-Baumbach, Wirges, Montabaur und Wallmerod zeigten sich unter anderem umgestürzte Bäume, beschädigte Fahrzeuge sowie abgedeckte und verwüstete Häuser.

Gabriele Wieland würdigte insbesondere den Einsatz der Helferinnen und Helfer sowie die gegenseitige Unterstützung der Bevölkerung. Trotz der erheblichen Schäden sei es erfreulich zu sehen, wie Einsatzkräfte und Bürgerinnen und Bürger gemeinsam anpackten.

Die Aufräumarbeiten werden noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Der Energieversorger arbeitete weiterhin daran, die Stromversorgung auch in den letzten betroffenen Bereichen wiederherzustellen.

Gleichzeitig wurde erneut vor den Gefahren an beschädigten Gebäuden, Dächern und Bäumen gewarnt. Insbesondere Wälder sollten weiterhin nicht betreten werden.

Kritisiert wurde zudem das Verhalten von Schaulustigen und Gaffern, die sich teilweise in und an beschädigten Gebäuden aufhielten oder diese sogar betraten. Dadurch besteht nicht nur eine erhebliche Gefahr für die eigenen Gesundheit, sondern auch die Privatsphäre der Betroffenen wird verletzt und die Arbeit der Einsatzkräfte behindert.

Hausmülldeponie I Meudt geschlossen

Aufgrund der Folgen des Unwetters bleibt die Hausmülldeponie I Meudt des WAB bis auf Weiteres geschlossen.

Anlieferungen sind während der üblichen Öffnungszeiten auf der Hausmülldeponie II Rennerod möglich.

(PM’en KV Westerwald, POL, red [LW])