Am gestrigen Morgen kam es gegen 09:59 Uhr auf der BAB 3 in Fahrtrichtung Frankfurt zwischen der Anschlussstelle Ransbach-Baumbach und dem Dernbacher Dreieck zu einem schweren Verkehrsunfall.
Nach bisherigen Erkenntnissen touchierten sich zwei Fahrzeuge im Längsverkehr. In der Folge geriet eines der beteiligten Fahrzeuge ins Schleudern, prallte gegen die Mittelschutzplanke, wurde angehoben und schleuderte über diese hinweg. Das Fahrzeug kam schließlich auf dem linken der drei Fahrstreifen der Gegenfahrbahn in Richtung Köln zum Stillstand.
Einer der Insassen wurde im Fahrzeug eingeklemmt und musste durch die Feuerwehr im Rahmen der technischen Hilfeleistung befreit werden. Eine weitere Insassin konnte das Fahrzeug selbstständig verlassen. Beide Verletzten wurden anschließend mit Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser transportiert.
Am zweiten beteiligten Fahrzeug entstand Sachschaden. Der genaue Unfallhergang ist derzeit Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.
Für die Dauer der Unfallaufnahme sowie der anschließenden Reinigungsarbeiten mussten die Richtungsfahrbahnen Köln und Frankfurt bis etwa 14:00 Uhr gesperrt werden.
Während der Maßnahmen betraten zwei Verkehrsteilnehmer zu Fuß den abgesperrten Bereich, um Fotos der verunfallten Personen anzufertigen. Gegen beide wurde vor Ort eine Strafanzeige gefertigt und ein Platzverweis ausgesprochen.
Anmerkung der Redaktion:
Was sich manche Menschen dabei denken, Verletzte zu fotografieren, ist kaum in Worte zu fassen. Während Einsatzkräfte um Menschenleben kämpfen und Betroffene um ihre Gesundheit ringen, machen andere daraus eine Kulisse für Sensationslust.
Wer sich bewusst in einen abgesperrten Unfallbereich begibt, um Bilder von Verletzten zu machen, handelt nicht nur respektlos, sondern zutiefst menschenverachtend. Das ist kein Kavaliersdelikt und auch kein „kurzer Blick“, sondern ein massiver Eingriff in die Würde der Betroffenen.
Noch deutlicher wird es, wenn man sich die Situation umkehrt vorstellt. Niemand möchte, dass Angehörige oder man selbst in einem solchen Moment zum Objekt fremder Handykameras werden. Und trotzdem passiert genau das immer wieder.
Dieses Verhalten ist beschämend. Es behindert nicht nur die Arbeit der Einsatzkräfte, sondern zeigt auch, wie schnell Mitgefühl durch Neugier ersetzt wird. Wer so handelt, sollte sich ernsthaft fragen, wo die eigenen moralischen Grenzen liegen. (lw)
(PM POL, red [LW], Symbolbild)